November
3. Februar 2017

Versorgt, verwahrt, verdingt. Ein trauriges Kapitel Geschichte und seine politische Aufarbeitung

Kinder und Jugendliche wurden ihren Eltern entrissen, in Heime gesteckt, an Bauernhöfe verdingt oder in Er ziehungs- und Strafanstalten administrativ versorgt. Opfer von staatlichen Zwangsmassnahmen wurden unter Druck gesetzt, einer Adoption, Sterilisation, Kastration oder einem Medikamentenversuch zuzustimmen. Verdingkinder wurden wie Sklaven für die Bauernhöfe versteigert. Oft kam es zu physischem, psychischem oder sexuellem Missbrauch. Diese Tatsachen passierten nicht irgendwo in anderen Ländern. Die Schweiz arbeitet gegenwärtig ein schwieriges Kapitel ihrer Sozialgeschichte auf. Es geht um das Schicksal von Kindern und Jugendlichen, die vor 1981 von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen (FSZM) oder Fremdplatzierungen betroffen waren.

Die Volksinitiative für finanzielle Wiedergutmachung verlangt einen Fonds von 500 Millionen Franken für die Opfer und die historische Aufarbeitung. Der indirekte Gegen vorschlag des Bundesrats nimmt diese Kernforderungen der Initiative auf, begrenzt aber die Entschädigung auf 300 Millionen Franken. Ende September 2016 wurde der Gegenvorschlag zur Wiedergutmachungsinitiative vom Parlament verabschiedet; das Gesetz tritt auf Anfang 2017 in Kraft.

An der Veranstaltung erhalten Sie von unseren Referenten einen historischen Überblick sowie einen Einblick in die politische Debatte zur Praxis fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in der Schweiz.

Inputreferate
Prof. Dr. René Stalder
Dozent und Projektleiter Hochschule Luzern – Soziale Arbeit

Joachim Eder
Ständerat, alt Regierungsrat des Kantons Zug, Mitglied Initiativkomitee Wiedergutmachungsinitiative

Ort und Zeit
Bibliothek (Stadt- & Kantonsbibliothek)
St.-Oswalds-Gasse 21
6300 Zug

Freitag 03. Februar 2017
Beginn 18 Uhr,
Apéro interculturel
Freier Eintritt

PPT:
René Stalder
Joachim Eder
Bilder

Info
Rupan Sivaganesan
079 911 22 22
Anmeldung erwünscht